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Blutbestandteile

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Blut ist ein komplexes, flüssiges Organ, das aus vielen verschiedenen Bestandteilen besteht, und wie so oft kommt es auf die richtige Zusammensetzung an.
Daher kann auch nur der menschliche Körper das lebenswichtige Blut mit seinen vielfältigen Funktionen selbst bilden. Es ist bis heute durch nichts zu ersetzen. Deswegen ist es so wichtig, dass es Menschen gibt, die ihr Blut für Kranke und Verletzte spenden.

Die zellulären Bestandteile machen zwischen 36 und 50 % des Gesamtvolumens des Blutes aus. Dazu gehören die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die weißen Blutzellen (Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten). Der Rest, das sogenannte Blutplasma, stellt sich nach Auftrennung des Blutes in seine Bestandteile als klare wässrige, blassgelbe Oberschicht dar. Plasma besteht überwiegend mit einem Anteil von ca. 90% aus Wasser, der Rest sind darin gelöste Stoffe. Dies sind unter anderem Blutproteine, anorganische Elektrolyte, Glukose und Harnstoffe. Das Plasma ist somit ein wichtiges Transportvehikel, auch Medikamente werden darin, an bestimmte Proteine gebunden, transportiert.

Die roten Blutkörperchen sind die häufigsten Zellen im menschlichen Blut. Die kernlosen Zellen enthalten den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, mit dessen Hilfe sie Sauerstoff von der Lunge zu den Körpergeweben (z. B. den Muskeln oder den Organen) transportieren. In den Gewebezellen wird der Sauerstoff zur Energiegewinnung verbraucht. Dabei entsteht Kohlendioxid als Abfallprodukt, welches von den roten Blutkörperchen wieder zurück zur Lunge transportiert und abgeatmet wird. Ein gesunder erwachsener Mensch hat etwa 25 Billionen rote Blutkörperchen. Die Erythrozyten leben im menschlichen Körper durchschnittlich 120 Tage und werden von der Milz und der Leber abgebaut. Gespendete Erythrozyten sind, abhängig von der Nährlösung, 35 bis 42 Tage haltbar.

Die weißen Blutkörperchen sind in weitaus geringerer Zahl als Erythrozyten im Blut enthalten. Eine Faustregel besagt, dass auf etwa 700 Erythrozyten ein Leukozyt entfällt. Aufgabe der weißen Blutkörperchen ist die Abwehr von Krankheitserregern und körperfremden Strukturen. Die Leukozyten gehören zum Immunsystem des Menschen und werden weiter untergliedert, z.B. in Lymphozyten und Granulozyten etc. Die Leukozyten haben im Kreislaufsystem eine unterschiedliche Lebensdauer, von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten. Gespendete Granulozyten sind nur wenige Stunden haltbar.

Die Blutplättchen sind die kleinsten "Zellen" des Blutes. Thrombozyten besitzen, ebenso wie die Erythrozyten, keinen Zellkern und auch keine Erbinformation. Sie können sich daher nicht durch Teilung vermehren. Aufgabe der Thrombozyten ist im Zusammenspiel mit den Gerinnungseiweißen im Plasma der Verschluss von Verletzungen von Blutgefäßen. Bei gesunden Menschen gilt eine Thrombozytenanzahl von 150.000 bis 380.000 pro Mikroliter Blut als normal. Im Kreislaufsystem leben Thrombozyten durchschnittlich acht bis zwölf Tage. Sie werden in der Milz und Lunge abgebaut, geringfügig auch in der Leber. Gespendete Thrombozyten sind 4 bis 5 Tage haltbar.

Die Blutflüssigkeit macht mehr als die Hälfte des natürlichen Blutvolumens aus (etwa 55 %). In der Blutflüssigkeit schwimmen die Blutzellen. Das Blutplasma besteht zu über 90 % aus Wasser. Darin gelöst sind eine Vielzahl weiterer Substanzen wie z. B. Salze, Eiweißstoffe, Hormone, Fette, Zucker, Mineralstoffe oder Vitamine, die allesamt lebenswichtige Aufgaben haben. Der Anteil des Blutplasmas am Körpergewicht des Menschen liegt bei etwa 5 Prozent. Das entspricht einem Volumen von 3,5 Litern. Gespendetes Blutplasma lässt sich tiefgefroren bis zu zwei Jahre lagern.

Plasma dient als Ausgangsstoff für eine Vielzahl von Eiweißpräparaten, die daraus durch Fraktionierung abgetrennt werden können, z. B. Albumin, Immunglobulin und Gerinnungsfaktoren.