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Wissenschaftspreis für Transfusionsmedizin und Blutspendewesen

(v. l. n. r.) Dr. med. Franz Weinauer, Prof. Dr. med. Jürgen Bux, Prof. Dr. med. Andreas Greinacher und Dieter Holzapfel, Präsidialratsvorsitzender

Verleihung des 7. Wissenschaftspreises für Transfusionsmedizin und Blutspendewesen von der Forschungsgemeinschaft der DRK-Blutspendedienste

Diesjähriger Preisträger ist Prof. Dr. med. Andreas Greinacher von der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald.

Die DRK-Blutspendedienste haben im Rahmen ihres 13. wissenschaftlichen Symposiums in Dresden zum 7. Mal den mit 25.000 € dotierten Wissenschaftspreis für Transfusionsmedizin und Blutspendewesen verliehen.

Diesjähriger Preisträger ist Prof. Dr. med. Andreas Greinacher, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald, Leiter der Abteilung Transfusionsmedizin. Er erhielt diesen Preis für seine Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Transfusionsmedizin und des Blutspendewesens.

Prof. Dr. med. Jürgen Bux, der Vorsitzende der Forschungsgemeinschaft, hielt die Laudatio. Das eintägige Symposium zählte rund 100 Transfusionsmediziner zu seinen Teilnehmern. Unter Ihnen auch Prof. Reinhard Burger, Präsident des Robert-Koch-Institutes, der neben dem Preisträger auch zu den Referenten zählte.

Zum Preisträger:
Prof. Dr. med. Andreas Greinacher habilitierte sich 1994 in Gießen mit der Schrift „Diagnostik und Klinik der Heparin-induzierten Thrombozytopenie“ für das Gebiet der Transfusionsmedizin und Klinischen Immunologie. Im gleichen Jahr nahm er den Ruf auf den Lehrstuhl für Transfusionsmedizin an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald an, den er heute noch innehat.

Von Beginn seiner wissenschaftlichen Laufbahn war das Interesse von Prof. Dr. med. Andreas Greinacher auf die Thrombozyten ausgerichtet. 1990 beschrieb er als erster das „Sebastian-Platelet-Syndrome“, eine angeborene Thrombozytopenie mit Riesenplättchenbildung.

Bekannt wurde Prof. Dr. med. Andreas Greinacher durch seine wegweisenden Arbeiten zur Pathogenese, Diagnostik und Therapie der Heparin-induzierten Thrombozytopenie Typ II. War diese zunächst nur Experten bekannt, so zeigte sich, dass diese die häufigste Medikament-induzierte Zytopenie darstellte mit oft schweren Folgen für die Patienten, weniger infolge von Blutungen sondern durch venöse und arterielle Thrombosen. Es ist mit sein Verdienst, dass dieser gefährlichen Nebenwirkung der häufigen Heparingabe ihr Schrecken genommen wurde.

Sein wissenschaftliches Interesse galt jedoch auch anderen Feldern der Transfusionsmedizin wie der Thrombozytentransfusion, der transfusions-assoziierten akuten Lungeninsuffizienz und jüngst auch der Therapie des hämolytischen urämischen Syndroms infolge nutritiver Infektionen mit besonders aggressiven enterohämorrhagischen E.Coli-Keimen. Mit seinen Untersuchungen zur Entwicklung der Blutspenderdemographie und -verteilung angesichts der allgemeinen Bevölkerungsentwicklung und den erwarteten Wanderungsbewegungen war Prof. Dr. med. Andreas Greinacher auch im Blutspendewesen wissenschaftlich aktiv.

Derzeit beschäftigt sich Prof. Dr. med. Andreas Greinacher mit der Charakterisierung von immunogenen Strukturen durch nano-physikalische Methoden.