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Forschung & Innovation

Forschung & Innovation

Wichtigste Aufgabenstellung der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost gemeinnützigen GmbH ist die Sicherheit der Blutspender und Patienten. Dies spiegelt sich auch in Forschung und Entwicklung wider.
Dabei ist es notwendig, aktuelle Entwicklungen frühzeitig aufzugreifen und in neue Verfahren zur Entnahme, Herstellung und Diagnostik zu überführen.

So werden neue Verfahren und Geräte, die der Sicherheit bzw. dem Komfort der Spender dienen, regelmäßig bewertet und bei Eignung zeitnah zum Einsatz gebracht. Eine überragende Rolle spielt die Sicherheit von Blutprodukten in Bezug auf die Übertragung von Infektionskrankheiten. Die Weiterentwicklung und Einführung neuer Verfahren zur molekularbiologischen Diagnostik von Virusinfektionen (HIV, HBV, HCV, HAV und Parvo B19) und Verfahren zur Vermeidung einer bakteriellen Kontamination durch Blutkomponenten rücken dabei in den letzten Jahren immer weiter in den Vordergrund. Neben Verfahren zur Pathogen-inaktivierung, welche derzeit für einen Routineeinsatz zur Virus- und Bakterieninaktivierung bei Thrombozyten- und Plasmapräparaten erprobt werden, entwickelt der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost insbesondere neue, hochsensitive Nachweisverfahren zur Vermeidung bakterieller Kontaminationen von Blutprodukten. Diese Arbeiten werden in enger Zusammenarbeit mit dem molekularbiologischen Untersuchungslabor der Muttergesellschaft in Frankfurt/Main durchgeführt.

Ein besonderes Ziel unserer Forschung und Entwicklung ist darüber hinaus die Verbesserung der klinischen Hämotherapie. Im Vergleich zu klassischen Arzneimitteln, die im Rahmen ihrer Entwicklung und Einführung klinische Studien der Phasen I,II und III durchlaufen müssen, beruhen viele Therapien im Bereich der Transfusionsmedizin auf Erfahrungswerten, die bisher nicht oder nur unzureichend mit klinischen Prüfdaten belegt sind. Für eine evidenzbasierte Bewertung einer Therapie sind jedoch randomisierte klinische Studien von großer Bedeutung. Ziel unserer Forschung und Entwicklung ist es daher zukünftig auch, die Infrastrukturen zu etablieren, um neue hämotherapeutische Verfahren in einer engen Zusammenarbeit mit klinischen Einrichtungen nach den Grundsätzen einer „guten klinischen Praxis (GcP)“ zu evaluieren. Der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost ist für diese Aufgabe bestens aufgestellt, da sie in ihrem Versorgungsgebiet eng mit den Krankenhäusern der Maximalversorgung zusammenarbeitet und durch die universitäre Anbindung an die medizinische Fakultät der TU Dresden zudem Zugriff auf die notwendige Infrastruktur zur Durchführung klinischer Prüfungen hat.

Neben den oben genannten Schwerpunkten, die ganz unmittelbar einer Verbesserung der Patientenversorgung in Bezug auf eine bedarfsgerechte und sichere Hämotherapie mit klassischen Blutkomponenten (Erythrozyten, Thrombozyten, gefrorenes Frischplasma) zugutekommen, forscht der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost auch im Bereich neuartiger Therapien. So wird am Standort in Dresden an der Entwicklung stammzellbasierter Therapien zur Regeneration von geschädigtem Gewebe, wie z. B. Knochen, Herz und Leber, gearbeitet. Diese Forschung findet in enger Zusammenarbeit mit den experimentellen und klinischen Forschungsgruppen der TU Dresden statt, die zu dem Exzellenzcluster „Center for Regenerative Therapies Dresden, CRTD” zusammengefasst sind. Als Lehrstuhlinhaber für Transfusionsmedizin an der TU Dresden ist der medizinische Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost ebenfalls Mitglied im CRTD. Somit kann gewährleistet werden, dass die Krankenhäuser im Versorgungsgebiet des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost unmittelbar von neuen Entwicklungen und Therapieverfahren profitieren können, sobald sich abzeichnet, dass diese effizient und sicher sind und einer breiten klinischen Anwendung zugeführt werden können.

Der Zell- und Gentherapie wird noch weiter wachsende Bedeutung zukommen. Bereits jetzt stellen moderne transfusionsmedizinische Einrichtungen neben den allgemein bekannten Blutkomponenten spezielle Zellpräparate wie Granulozyten-, Lymphozyten-, natürliche Killerzell-, Stammzellpräparate usw. meist für universitäre Einrichtungen und Einrichtungen der Schwerpunktversorgung her.

Das Spektrum der differenzierten Zellpräparate wird sich in den nächsten Jahren deutlich ausweiten; neben den Universitätskliniken werden auch Krankenhäuser der Maximalversorgung mit Anspruch auf Hochleistungsmedizin und auf medizinisches Renommee in den Bereich der Zelltherapie vordringen. Dies schließt zum Beispiel auch die Behandlung mit Chondrozytenpräparaten in der Orthopädie ein. In Forschung und Entwicklung befindlich ist die Herstellung von Zellpräparaten aus Stammzellen zur Behandlung von Organdefekten. Beispiel hierfür ist die Behandlung des akuten Herzinfarktes mit Stammzellpräparaten.

Die Transfusionsmedizin ist ein wichtiges Fach in der medizinischen Ausbildung. Mit dem Lehrauftrag für Transfusionsmedizin an der medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus in Dresden sowie an fünf weiteren Standorten im Bereich der Muttergesellschaft (DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen) ist uns die Möglichkeit gegeben, bereits im Rahmen der ärztlichen Ausbildung Interesse für das Fachgebiet Transfusionsmedizin und seine klinischen und wissenschaftlichen Themenschwerpunkte zu wecken. Darüber hinaus ist der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost ein wichtiger Partner für die von ihm versorgten Krankenhäuser und führt eine Vielzahl vorgeschriebener Weiterbildungsmaßnahmen gemeinsam mit den jeweiligen Landesärztekammern durch. Der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost verfügt an allen Standorten in Berlin, Brandenburg und Sachsen über die komplette Weiterbildungsermächtigung für Transfusionsmedizin, was seine besondere Rolle in der Aus- und Weiterbildung unterstreicht.

Eine wichtige Rolle spielt auch der fachliche Austausch mit klinisch tätigen Ärzten, Transfusions-verantwortlichen und Qualitätssicherheitsbeauftragten der Krankenhäuser. In seit Jahren etablierten Foren wie zum Beispiel den Arbeitskreisen für Hämotherapie, den Laborleitertagungen und lokal angebotenen aktuellen Seminarreihen bietet der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost die Möglichkeit, aktuelle Themen der Anwendung von Blutprodukten zu diskutieren und Fragen aus dem klinischen Alltag zu adressieren. Der Umfang der angebotenen Weiterbildungsveranstaltungen und interdisziplinären Diskussionsrunden verdeutlicht, dass sich der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost seinem konzeptionellen Ansatz verpflichtet fühlt, seine Partner durch gezielte Weiterbildungs- und Qualifikationsmaßnahmen in der Patientenversorgung kontinuierlich zu unterstützen.

HÄMOTHERAPIE – Beiträge zur Transfusionsmedizin
BILDUNG & WISSEN – Unterrichtsmaterial
GEBRAUCHS- UND FACHINFORMATIONEN