Logo: Deutsches Rotes Kreuz
Kostenlose Blutspender-Hotline

Stammzellspenderdatei OST beim DRK-Blutspendedienst Nord-Ost ehrt Stammzellspender für lebensrettendes Engagement am 28. Mai in Berlin


Patienten und ihre Stammzellspender treffen sich anlässlich der Ehrungsveranstaltung im Berliner Maritim Hotel und besuchen das Festkonzert zum 150. Gründungsjubiläum des Deutschen Roten Kreuzes

Berlin, 22. Mai 2013 – Ingo Orth aus Berlin und Marcus Klemm aus Plauen können am 28. Mai in Berlin zwei ihnen besonders nahestehende Menschen begrüßen: die beiden Patienten, denen sie mit ihrer Stammzellspende das Leben gerettet haben. Beide haben im Jahr 2011 durch die Vermittlung der Deutschen Stammzellspenderdatei OST (DSSD OST), die dem DRK-Blutspendedienst Nord-Ost angeschlossen ist, Blutstammzellen gespendet, die zwei schwerkranken Patienten transplantiert wurden. Zusammen mit anderen Stammzell- und Knochenmarkspendern die in den letzten zwei Jahren durch eine Stammzellspende Leben gerettet haben, werden sie von der DSSD-OST zu einer Ehrungsveranstaltung nach Berlin eingeladen um Ihnen ganz offiziell für Ihr Engagement Danke zu sagen. Dank der Stammzellspenden der eingeladenen Spender konnten über 150 schwerkranke Patienten in ein neues Leben starten.

In festlichem Rahmen im Maritim Hotel an der Stauffenbergstrasse werden 158 Stammzellspender der DSSD OST für ihr besonderes mitmenschliches Engagement geehrt. Anschließend besuchen sie gemeinsam mit den ebenfalls geladenen Stammzellempfängern und Unterstützern der DSSD OST das Festkonzert zum 150. Gründungsjubiläum des Deutschen Roten Kreuzes im Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Dort gastiert die Philharmonie der Nationen mit einem Beethoven-Programm mit ihrem Gründer Justus Frantz als Solist unter dem Dirigat von Dieter Holzapfel, dem Vorsitzenden des DRK-Präsidialrates.

Der Weg vom Hotel zum Konzerthaus wird zur „Sternfahrt“ für das lebenswichtige Thema Stammzellspende sein. Alle Gäste werden in 40 Rikschas, die das Logo der DSSD OST und den Slogan „Leben retten - Stammzellen spenden“ tragen, zum Konzerthaus gefahren (Abfahrt Stauffenbergstrasse: 19.00 Uhr).

Die schönste Ehrung für die Spender ist jedoch das persönliche Treffen mit ihrem genetischen Zwilling, eine Begegnung, die auf beiden Seiten von vielen positiven Emotionen begleitet sein wird. Denn eingeladen sind auch Patienten, die ihren persönlichen „genetischen Zwilling“ und Lebensretter gefunden haben.

Marcus Klemm kennt seine „genetische Zwillingsschwester bereits. Er spendete für die 11jährige Martina N., die zusammen mit ihrer Familie aus Hamburg zu der Veranstaltung kommen wird. Ingo Orth besucht gemeinsam mit seinem Patienten, für den er im Januar 2011 Stammzellen gespendet hat, diese Veranstaltung.

Für Clarissa R. (13) aus dem Brandenburgischen Forst wird es auf der Veranstaltung jedoch noch kein Treffen mit ihrem Spender oder ihrer Spenderin geben. Für Clarissa haben die DSSD OST und der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost im Sommer 2011 eine großangelegte patientenbezogen Stammzellspendersuche durchgeführt. Sie darf ihren Stammzellspender frühestens Ende des Jahres kontaktieren und kennenlernen, wenn beide Seiten zustimmen. Eine Frist von zwei Jahren nach der Transplantation sieht der Gesetzgeber vor, dann dürfen die Identität von Spender und Empfänger den Beteiligten bekannt gegeben werden.

Allein in Deutschland erkrankt durchschnittlich alle 45 Minuten ein Mensch an Leukämie, im Jahr sind es mehrere tausend. Bis vor wenigen Jahren gab es keine Heilungsmöglichkeit. Heute ist die Transplantation von Blutstammzellen oder Knochenmark gesunder Spender für viele Patienten eine Behandlungsmethode mit Hoffnung auf Heilung und Leben.

Auf jedem Blutspendetermin des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost, der die Versorgung schwerkranker Patienten mit lebenswichtigen Blutpräparaten in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Hamburg, Sachsen und Schleswig-Holstein gewährleistet, kann man sich als möglicher Blutstammzellspender für Leukämiepatienten typisieren lassen. Dabei wird bei der Blutspende ein Extra-Röhrchen Blut abgenommen, das im HLA-Labor der Deutschen Stammzellspenderdatei OST (DSSD OST), die dem DRK-Blutspendedienst angeschlossen ist, analysiert wird. Die ermittelten Gebewemerkmale des Spenders werden dann in der Datei hinterlegt.

Stammzellspende bei der Deutschen Stammzellspenderdatei (DSSD)
Einen sehr bedeutenden Anteil an den in Deutschland bisher erfassten rund 4,9 Millionen Knochenmark- und Blutstammzellspendern haben die Dateien einiger DRK-Blutspendedienste, die Teil eines weltweiten Netzwerkes von Dateien sind. Fünf davon sind in der Deutschen Stammzellspenderdatei DSSD zusammengeschlossen.

Die Knochenmark- und Blutstammzellspenderdatei des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost ist seit 1992 eine der 30 Dateien in Deutschland und registriert bisher 62.000 potentielle Spender. 750 von ihnen haben in den vergangenen 20 Jahren eine Knochenmark- oder Blutstammzellspende geleistet. Allein im Jahr 2011 wurden insgesamt 90 Spenden für Patienten in deutschen und ausländischen Transplantationszentren vermittelt.

Die Bundesrepublik Deutschland verfügt heute mit dem Zentralen Knochenmarkspender Register Deutschlands (ZKRD) über das zweitgrößte Knochenmark-/ Blutstammzellspenderregister und hat derzeit Zugang zu weltweit rund 20 Millionen registrierten potentiellen Spendern.

Blutspende/Blutstammzellspende: Hochrisikopatienten mit bösartigen Bluterkrankungen benötigen bereits in der Vorbereitung auf die Transplantation von Blutstammzellen auch eine Vielzahl an Blutkonserven, um diese überhaupt zu erleben. Blutspenderinnen und Blutspender, die sich auch als Blutstammzellspenderinnen und -spender typisieren lassen, sind also doppelte Lebensretter.

Für die Typisierung eines Blutspenders wird bei der Spende ein Röhrchen Blut abgenommen, das dann in den Gewebetypisierungslaboren der DSSD untersucht wird. Jeder Typisierte kann sich so als möglicher Blutstammzellspender in die Datei aufnehmen lassen.

Die Gewebemerkmale und Ihre Bedeutung für den Transplantationserfolg
Wichtig für den Erfolg der Blutstammzelltransplantation ist, dass die Gewebemerkmale, auch HLA-Merkmale genannt, von Spender und Empfänger sehr genau übereinstimmen. Mehr als 8.000 verschiedene Gewebemerkmale sind bisher beim Menschen identifiziert, diese sind jeweils miteinander kombinierbar. Die Genauigkeit dieser Übereinstimmung hat wesentlichen Einfluss auf die Transplantatverträglichkeit, auf mögliche Abstoßungsreaktionen sowie auf mögliche Folgeerkrankungen nach der Transplantation.

Wer kann sich typisieren lassen?
Typisierungen sind möglich für gesunde Erwachsene zwischen 18 und 55 Jahren, Blut spenden können gesunde Erwachsene ab 18 Jahren (Erstspender bis 65 Jahre).

Termine und Informationen zur Blutstammzellspenderdatei unter www.stammzellspenderdatei.de und der Hotline 0800 1004066 (kostenlos aus dem Dt. Festnetz)

Warum ist Blutspenden beim DRK so wichtig?
Blutspender sind „Lebensretter“, etwa 75 Millionen Blutspenden werden weltweit pro Jahr benötigt. Mit einer Blutspende kann bis zu drei Schwerkranken oder Verletzten geholfen werden.

In der Bundesrepublik Deutschland werden über das Jahr gesehen durch die Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes ca. 3,8 Millionen Vollblutspenden für die Versorgung der Kliniken in Deutschland bereitgestellt. Das Deutsche Rote Kreuz sichert auf diese Weise ca. 75 Prozent der notwendigen Blutversorgung in der Bundesrepublik Deutschland, nach strengen ethischen Normen – freiwillig, gemeinnützig und unentgeltlich.

Sechs regional tätige Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes zeichnen verantwortlich für die flächendeckende, umfassende Versorgung der Patienten in der Bundesrepublik Deutschland rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr.